WuKAS - Sicherheit für Spontanhelfende

Malteser Hilfsdienst e.V. Generalsekretariat und Bergische Universität Wuppertal

Organisation:
MHD, sonstige
Kategorie:
Innovative Konzepte
Anschrift:
51103 Köln
Hier können Sie bis zum 06. Dezember für dieses Projekt abstimmen.

Über das Projekt

Bitte erzählen Sie uns von Ihrem Projekt in einer kurzen Zusammenfassung.

Das Generalsekretariat des Malteser Hilfsdienst e.V. und die Bergische Universität Wuppertal haben sich zum Projektkonsortium WuKAS zusammengeschlossen. WuKAS steht für Wissens- und Kompetenzvermittlung im Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Spontanhelfenden (SH). Assoziierter Partner ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit Ihren Fachbereichen "Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz" sowie "Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege." Die Einbindung von SH in klassische Strukturen der Hilfsorganisationen ist immer wieder von Unsicherheiten hinsichtlich des rechtlichen Status und der Verantwortlichkeiten sowie der Umsetzbarkeit geprägt. Gleichzeitig bieten bei großen Schadensereignissen häufig viele Bürger den Betroffenen ihre Hilfe an, ohne auf die "organisierte Hilfe" der Einsatzorganisationen zu warten.

Den Einsatz dieser Helfenden sicherer zu gestalten, ist das oberste Ziel von WuKAS. Hierfür ist es wichtig, die beschriebenen Unsicherheiten zu überwinden und eine Handlungssicherheit für die eingesetzten Führungskräfte zu schaffen. Um dies zu erreichen wird ein Leitfaden entwickelt, der die Führungskräfte bei der Beurteilung von auftretenden Gefährdungen unterstützt, ihnen mögliche Schutzmaßnahmen vorschlägt und Hilfestellung im Umgang mit SH bietet. Der Leitfaden wird ergänzt um Handlungshilfen, die SH die wichtigsten Punkte zur sicheren Arbeit mit auf den Weg geben sollen. Auf diese Weise wird ein ganzheitlicher Ansatz für die Einbindung von SH ermöglicht, während gleichzeitig die Sicherheit der freiwillig mitwirkenden SH bei der Bewältigung von Schadenslagen weiter verbessert werden kann. Darüber hinaus wurden alle Unterlagen so entwickelt und gestaltet, dass diese von SH unabhängig von der Einbindung an eine Organisation genutzt werden können. Sehr früh in der Coronapandemie wurden zudem bereits Handlungshilfen veröffentlicht, die engagierten Bürgern eine Hilfestellung bieten, wie sie sicher in der Pandemie Hilfe durchführen können.

Welche Situationen oder Anlässe haben Ihr Projekt ausgelöst?

Während der Hochwasser an Donau und Elbe im Jahr 2013 und der Unterbringung von Flüchtlingen im Jahr 2015 waren viele Menschen spontan bereit die Hilfsorganisationen zu unterstützen. Ein derartiges Engagement gilt es zu fördern und gezielt in die Hilfeleistung einzubinden. Im Hinblick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz dieser Helfenden bestehen jedoch organisatorische Defizite. Während klassisch ehrenamtlich Tätige durch Ausbildungen und Maßnahmen des Arbeitsschutzes vor relevanten Gefährdungen im Einsatz geschützt werden, gibt es für Spontanhelfende bisher wenig Unterstützung. Folge sind Gefährdungen von Spontanhelfenden und Unsicherheiten bei den operativen Führungskräften unter welchen Bedingungen eine Einbindung möglich ist.

Welche Ziele verfolgt Ihr Projekt?

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Konzeptes, welches Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) beim sicheren Einsatz von SH unterstützt. Hierfür wurden in den vergangenen zwei Jahren Verfahrensanleitungen ausgearbeitet, die Führungskräfte darin unterstützen Gefährdungsbeurteilungen an der Einsatzstelle durchzuführen und somit Tätigkeiten zu identifizieren, die auch für SH geeignet sind. Außerdem bieten die Unterlagen eine Handreichung für die Unterweisung der SH. Auch für SH die ohne Einbindung an eine Organisation tätig werden bieten die erarbeiteten Unterlagen Handlungshilfen für verschiedene Tätigkeitsbereiche (z. B. Arbeiten im Freien, soziale Unterstützung von Menschen), die wichtige Aspekte des Arbeitsschutzes aufgreifen. Sie können auch BOS dienen, um bei der gezielten Ansprache von SH bspw. über Social Media diese vorab zu informieren und z. B. auf notwendige Ausrüstung hinzuweisen.

Welche Schritte haben Sie bisher umgesetzt, um diese Ziele zu erreichen? Welche Zielgruppen sprechen Sie an und wie erreichen Sie diese?

In der Projektlaufzeit wurde ein Leitfaden für Führungskräfte entwickelt, der diese bei der Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung von Spontanhelfenden unterstützen soll. Außerdem wurden Handlungshilfen für Spontanhelfende erstellt, um diesen wichtige Hinweise zum Arbeitsschutz zu vermitteln. Die Unterlagen wurden in Zusammenarbeit mit Experten aus den verschiedenen BOS entwickelt und im Rahmen einer Evaluationsübung überprüft und anschließend angepasst. Während der Projektlaufzeit gab es Kontakte zu Personen und Organisationen außerhalb des Projektkonsortiums, bspw. zu Nachbarschaftshilfen, die Hilfe während der Corona-Pandemie anbieten, zur AGBF und zur THW Bundesleitung. Über diese und weitere Kanäle werden die finalen Unterlagen gestreut. Der assoziierte Partner DGUV trägt über die eigenen Netzwerke und Fachbereiche zu einer Verbreitung der Projektergebnisse bei.

Zurück zur Liste
Drucken