Gemeinsam helfen – Integration schaffen

MHD

Kategorie:
Sonderpreis
Anschrift:
53604 Bad Honnef

Über das Projekt

Das Konzept „Gemeinsam helfen – Integration schaffen“ der Bad Honnefer Malteser hat die Integration von Flüchtlingen in die regulären aktiven Dienste des Malteser Hilfsdienstes zum Ziel. Dabei gilt es zunächst, Sprachbarrieren zu überwinden und etwaige Berührungsängste gar nicht erst entstehen zu lassen. Wir führen Flüchtlinge nach ihren Interessen und Fähigkeiten in die vielfältigen Dienste der Malteser ein, stärken ihr Selbstwertgefühl und verhelfen ihnen durch die Integration in unsere Gemeinschaft zu neuen Kontakten zu gleichgesinnten Einheimischen und Flüchtlingen.

Als Grundlage und Initialzündung dienen Erste-Hilfe-Grundlehrgänge in englischer Sprache. Darauf aufbauend werden Teilnehmer, die sich als besonders engagiert und motiviert erwiesen haben, an die aktiven Dienste der Malteser herangeführt. Dazu nehmen sie an regulären Fortbildungsabenden und Sanitätsdiensten teil. Die Sprachbarriere, der Schlüsselfaktor bei der Integration, wird nach und nach durch Interaktion mit den Helfern abgebaut.

Bei der Integration und bei sprachlichen Problemen helfen englisch sprechende Malteser-Helfer als „Paten“. Im weiteren Verlauf des Projekts ist geplant, die einmal aus dem Kreis der Flüchtlinge gewonnenen Malteser-Neuhelfer zur Anleitung der zukünftigen Neuhelfer-Generationen zu qualifizieren.

Das Projekt „Gemeinsam helfen – Integration schaffen“ hat vielfältigen Nutzen. Insbesondere sind dies die Befreiung der Flüchtlinge aus ungewollter Passivität, Förderung der Integration, die Gewinnung von Helfern mit besonderen Sprachkenntnissen und langfristig auch die Nachwuchsgewinnung für die Flüchtlingshilfe und andere ehrenamtliche Dienste.

Projektbeginn war Anfang Oktober 2015. Bei einem Willkommensfest für Flüchtlinge kam die Idee auf, einen Erste-Hilfe-Kurs auf Englisch anzubieten. Alle erforderlichen Ausbildungsvorschriften, Foliensätze und Unterlagen halten die Malteser auch in englischer Sprache vor. Es meldeten sich sofort einige Interessenten. Zusätzlich wurde über die Kommunen und Kirchen Werbung gemacht. Der erste Kurs fand Ende Oktober/Anfang November in Bad Honnef statt. 15 Männer und Frauen aus vielen verschiedenen Ländern nahmen daran teil.

Der Kurs war ein großer Erfolg: Die Verständigung funktionierte hervorragend, zumal die neue Erste-Hilfe-Ausbildung kaum noch theoretische Anteile hat, da praktisches Üben und Rollenspiele im Vordergrund stehen. Alle Teilnehmer schlossen die Ausbildung erfolgreich ab. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer neben der üblichen Erste-Hilfe-Bescheinigung auch eine aufwändig gestaltete Anerkennungsurkunde. Diese Geste kam sehr gut an. Die Kursleiter mussten spontan für „Selfies“ mit jedem Kursteilnehmer posieren.

Anfang Januar folgte ein zweiter Kurs. In beiden Kursen gab es Interessenten für die Mitwirkung bei den Maltesern. Sie wurden zu den wöchentlichen Helferabenden eingeladen. Seit dem Herbst sind dadurch immer auch Flüchtlinge zu Gast. Unsere Aktiven organisieren selbständig eine bedarfsgerechte Betreuung auf Englisch und inzwischen auch auf Arabisch. Drei ausgebildete Flüchtlinge nahmen im Karneval 2016 an Sanitätseinsätzen als Praktikanten teil. Dies festigte ihre Verbindung zu den Maltesern noch stärker.

Vier Neuhelfer haben im Februar 2016 die Helfergrundausbildung absolviert. Sie ist auch für einheimische Interessenten notwendige Voraussetzung für die Mitwirkung im Malteser Hilfsdienst. Bei unserer Jahresversammlung Anfang März 2016 konnten wir die ersten vier Flüchtlinge (zwei Iraker und zwei Syrer) zu regulären Malteser-Helfern ernennen. Dies ist unseres Wissens das erste Mal, dass dies beim Malteser Hilfsdienst in Deutschland geschehen ist.

Wir sind nach unserer Kenntnis bundesweit die erste Malteser-Ortsgliederung, die Flüchtlinge zu regulären Malteser-Helfern ausgebildet hat. Dabei haben wir an die Flüchtlinge die selben Anforderungen gestellt, die wir auch an einheimische Anwärter stellen würden. Für uns ist dies ein Beitrag zur Integration, aber auch eine Ermutigung für anderen Malteser und alle Hilfsorganisationen und Vereine, es uns gleichzutun.

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