Reanimations-Weltrekord

MHD

Kategorie:
Innovative Konzepte
Anschrift:
35043 Marburg

Über das Projekt

1, 2, 3, 4, 5 ... bis 30. Dann zwei Beatmungen. Und es geht wieder von vorn los:1, 2, 3 ... insgesamt 40 Stunden lang. Obwohl die Übungspuppe am Samstag, Punkt 15 Uhr noch genauso leblos war wie vorher, war die Freude riesengroß. War doch der alte Rekord, den Mitglieder des österreichischen Roten Kreuzes erst im April 2011 in Ungarn aufgestellt hatten, um vier Stunden überboten worden. Dann hatte das Team der Marburger Malteser den Weltrekord in der Dauerreanimation geknackt.

Alle zehn Minuten wechselten sich die Malteser im Dorfgemeinschaftshaus in Heskem-Mölln im Landkreis Marburg-Biedenkopf bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung ab. Als sich die neun Männer und Frauen im Alter von 15 bis 50 Jahren nach 40 Stunden als Weltrekordhalter feiern ließen, hatten sie jeweils rund 32.000-mal die Herzdruckmassage durchgeführt. Rechnet man einen Kraftaufwand von 40 Kilogramm für eine Thoraxkompression, kommen insgesamt 1.280 Tonnen zusammen. Das sind 142 Tonnen pro Teammitglied! Rund viereinhalb Stunden hatte jedes Teammitglied an der Übungspuppe gedrückt und diese beatmet. Jeder, der einmal eine Reanimation geübt oder real durchgeführt hat, weiß, wie anstrengend das werden kann.

Die Aktion wurde von den Jugendlichen der Malteser erdacht und initiiert, da sie aufgrund eigener Erfahrung und aufgrund der erlangten Ausbildung als Einsatzsanitäter wissen, wie wichtig ein frühes Heranführen an die Kenntnisse der Ersten Hilfe ist. Zu wissen, dass sich viele sozial schwache Familien vor Ort selbst den geringen Beitrag zu einem EH-Kurs im Kindergarten nicht leisten können, ließ die Jugendlichen das Projekt entwickeln, wobei die erwachsenen Malteser nur schmückendes notwendiges Beiwerk für die technischen Aspekte waren.

Sämtliche Spenden und Preisrätselerlöse gingen an die Gemeinde Ebsdorfergrund, um den Kindergartenkindern eine EH-Kurs-Teilnahme (bei den Maltesern „Abenteuer Helfe" genannt) zu ermöglichen. Mit dem Geld wird insbesondere Kindern die Teilnahme ermöglicht, deren Eltern nicht genug Geld für einen Kurs haben. Mit der Aktion wollten die Malteser in der Öffentlichkeit dafür werben, dass „Abenteuer Helfen“-Kurse flächendeckend in jedem Kindergarten durchgeführt werden sollten.

Die Aktion war unter dem Motto „Eine Gemeinde macht sich fi" Aufmacher der Veranstaltung. Dafür sollte in der Gemeinde Ebsdorfergrund für den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses Werbung gemacht werden. Schließlich liegt ein solcher Kurs bei den meisten bereits lange zurück. Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Kenntnisse in lebensrettenden Maßnahmen zu verbessern. Sie übten beispielsweise die stabile Seitenlage, den Druckverband oder den richtigen Umgang mit einem Defibrillator. Weitere Programmpunkte waren eine realistische Darstellung der Rettung eines Verletzten oder die „Rauschbrill", die deutlich machte, welche Einschränkungen Alkohol hervorrufen kann.

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