Feuersanis

DFV/FFW

Kategorie:
Innovative Konzepte
Anschrift:
66851 Queidersbach

Über das Projekt

„Feuersanis“ der Realschule plus in Queidersbach

Die Feuersanis der Realschule-plus Queidersbach decken den gesamten Bedarf der Schule an qualifizierten Ersthelfern im Sanitätsdienst während der üblichen Unterrichtszeiten und bei allen Sonderveranstaltungen ab.

Aufgrund der geografischen Lage der Schule benötigt der reguläre Rettungsdienst ca. 15 Minuten bis zum Eintreffen und das therapiefreie Intervall kann wesentlich verkürzt werden. Gleichzeitig wird auch die Komponente Brandschutzhelfer sowohl im abwehrenden als auch im vorbeugenden Segment abgebildet.

Das Thema „Retten, helfen, Chancen schenken“ wird in der kompletten Bandbreite sogar doppelt getroffen. Retten von Menschen durch lebenserhaltende medizinische Sofortmaßnahmen, rechtzeitige, geordnete Evakuierung, Transport von Betroffenen aus dem Gefahrenbereich und Sicherstellung der Rettungswege vor Schadenseintritt. Retten des ehrenamtlichen Gedankens und die Vermittlung von sozialen Werten, Helfen bei kleineren Verletzungen, daraus bedingten seelischen Ungleichgewichten durch Verbände und menschliche Zuwendung (Trösten) helfen den Hilfsorganisationen dringend benötigten Nachwuchs zuzuführen und das Schulleben zu sozialisieren.

Chancen schenken für lebensbedrohlich erkrankte oder verletzte Schüler und Lehrer durch wirksame medizinische Hilfe, Chancen schenken für schulschwächere Schüler, die ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen durch die Erfolgserlebnisse und die damit verbundene Anerkennung aufwerten können und eventuell ganz neue Berufsfelder für sich entdecken.

2. Grundlegendes Element des Engagements ist die Freiwilligkeit

Alle Ausbildungen und Fortbildungen finden in der Freizeit der Schüler statt. Eine Meldung zu den Feuersanis ist im zweiten Halbjahr der Klassenstufe 6 möglich. Bis zum Schuljahresende erfolgt eine intensive Ausbildung der Schüler im Bereich Sanitätsdienst und im Bereich Brandschutz. Ab der Klassenstufe 7 besuchen die Mitglieder die dreistündige monatliche Fortbildung an Samstagen. Ein- bis zweimal jährlich wird eine größere Einsatzübung, teilweise auch mit Einbindung der Hilfsorganisationen, durchgeführt. Die Schüler übernehmen Verantwortung für ihre Schule, für Mitschüler und Lehrer.

Für die Organisation der Einsatzteams und die Sicherstellung der ständigen Verfügbarkeit sind die Schüler selbst verantwortlich. Die organisatorischen Abläufe unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung. Eigenständig werden regelmäßige Kontrollen des Sanitätsmaterials auf Vollständigkeit und Einhaltung der Verwendbarkeit durchgeführt. Die brandschutztechnischen Einrichtungen der Schule werden regelmäßig auf Funktionsfähigkeit kontrolliert und die Schulleitung auf besondere Gefahrenquellen und Brandschutzmängel aufmerksam gemacht. Für diese Tätigkeiten werden oftmals die Pausen geopfert. Der bei Einsätzen versäumte Unterrichtsstoff wird klaglos zu Hause nachgearbeitet. Die Feuersanis leisten qualifizierte erste Hilfe bei allen medizinischen Notfällen auf dem Niveau eines Sanitätshelfers und verfügen auch über die dazu notwendige Ausrüstung.

Anrückende Einsatzkräfte werden eingewiesen, um weitere Zeitvorteile zu erzielen. Das „Therapiefreie Intervall“ wird auf weniger als zwei Minuten nach Schadenseintritt verkürzt Seit der offiziellen Indienststellung im Januar 2007 haben die Feuersanis bei über 120 medizinischen Notfällen und zwei Kleinbränden wirksame Hilfe geleistet.

3. Der Reiz des Projektes liegt darin zwei unterschiedliche Disziplinen des Helfens (Feuerwehr und Rettungsdienst) zu integrieren.

Die Initiative läuft unter der Regie der Schule und nicht als ausgegliederte Einheit einer Hilfsorganisation aber mit derer Unterstützung, die Ausbilder des DRK und der Feuerwehr sind ebenfalls ehrenamtlich tätig. Große Teile der benötigten medizinischen Ausrüstung konnte über Spenden beschafft werden. Neben dem obligatorischen Verbandmaterial stehen Messgeräte für Blutdruck, Blutzucker und Sauerstoffsättigung zur Verfügung. Ambubeutel, Güdeltuben, und ein Sauerstoffapplikator vervollständigen die Materialliste. Die beteiligten Schüler haben es eigenständig geschafft, ihr großes persönliches Engagement zu professionalisieren und sich die Anerkennung der Mitschüler und des Lehrkörpers durch fachliche Leistungen (die man ihnen vorab nicht zugetraut hätte) zu erarbeiten. Die „Feuersanis“ sind ein fester und akzeptierter Bestandteil innerhalb des Schullebens geworden. Es wird deutlich, dass soziales Engagement auch Anerkennung erfährt, es wird soziale Verantwortung gebildet, die persönlichen Kompetenzen erweitert.

Das Motto „Helfende Hände schlagen nicht“ verdeutlicht auch die Wichtigkeit des Projektes in der Gewaltprävention an der Schule und die Verbindung zum Förderpreis „Helfende Hand“. Es geht dabei nicht nur darum junge Menschen fachgerecht auszubilden, sondern ihnen auch zu vermitteln, wie man durch den freiwilligen Einsatz für andere die äußeren Lebensbedingungen verantwortlich mitgestalten kann. Die Bereitschaft für gesellschaftliches Engagement wird in jungen Jahren gelegt. Ein Jugendlicher, der die Erfahrung macht, dass gesellschaftliches Engagement dazugehört und Spaß macht, wird dies auch im Erwachsenenalter eher zeigen. Junge Menschen die über gute soziale Kompetenzen verfügen, Respekt, Wertschätzung und Zuneigung erfahren, lernen wichtige Dinge für ihr späteres Leben und zeigen mehr Bereitschaft sich zu engagieren. Die beteiligten Organisationen DRK und Feuerwehr sehen das gemeinsame Projekt unter anderem als eine wichtige Maßnahme zur Nachwuchsgewinnung im ehrenamtlichen Bereich.

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