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Organisation:
DRK
Kategorie:
Innovative Konzepte
Anschrift:
06193 Petersberg OT Gutenberg

Über das Projekt

Bitte erzählen Sie uns von Ihrem Projekt in einer kurzen Zusammenfassung.

Rettungsroboter, die Menschen vor dem Ertrinken schützen oder retten, werden in wenigen Jahren Normalität sein. Wir mögen ein kleiner DRK Ortsverein sein, aber es ist gelungen, innovative Menschen in Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Deutschland für diese Idee zu begeistern. Das hat einen ernsten Hintergrund: Noch nie mussten unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte so viele Ertrunkene bergen, wie in den letzten Jahren.

Deshalb entwickelt und erprobt der DRK Ortsverein Halle, maßgeblich unterstützt durch das Fraunhofer IOSB-AST und heimische Unternehmen, ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge für die Rettung und Sicherung von Menschen. Das ist keine Utopie mehr, sondern zum Teil bereits gelebte Praxis. Unsere Tauchretter sind seit zwei Jahren im praktischen Einsatz und sichern in der Praxis Einsatzkräfte bei anspruchsvollen Tauchmissionen.

Mit Unterstützung der Helfenden Hand möchten wir zeigen, dass die Wasserrettung eine gesellschaftliche Aufgabe ist, dass die ehrenamtlichen Retter großartige Leistungen vollbringen und mit modernster Technik, deren Entwicklung wir inspirieren, viele Leben retten können.

Welche Situationen oder Anlässe haben Ihr Projekt ausgelöst?

In den Jahren 2023 und 2024 haben unsere Wasserretter in der Stadt Halle (Saale) 6 ertrunkene Personen bergen und andere unter Wasser suchen müssen. Derart hohe Ertrinkungszahlen hat es hier noch nie gegeben. Einige Personensuchen waren enorm aufwändig und zogen sich über Tage, zum Teil auch Wochen hin. Zwei Personen mussten aus einem versunkenen Auto in der Saale geborgen werden, bei Nacht und Strömung. Für unsere ehrenamtlichen und oft auch jungen Retter war das körperlich und geistig extrem herausfordernd. Deshalb haben wir zusammen mit dem Fraunhofer IOSB-AST begonnen, einen Rettungsroboter zu entwickeln. Der Roboter, ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug, das mit Sonar, Video, Licht und einem Greifer ausgestattet ist, kann Personen auch unter ungünstigsten Bedingungen in wenigen Minuten finden und bergen.

Welche Ziele verfolgt Ihr Projekt?

Roboter für die Wasserrettung sind bislang technische Prototypen. Zusammen mit Fraunhofer, Unternehmen und Fördermittelgebern wollen wir die Einsatzpraxis erreichen. Dabei gibt es wichtige Fortschritte. In diesem Jahr haben wir in Halle für das Innenministerium demonstriert, dass existierende Roboter zusammen mit autonomen, KI-gesteuerten Überwasserdrohnen praxisnah einsatzfähig sind. Bereits im tatsächlichen Einsatz ist in Sachsen-Anhalt ein remotely operated vehicle für die Taucherrettung und -sicherung bei anspruchsvollen Taucheinsätzen. Unser Endziel ist eine robuste und praktisch einsatzfähige Technik, um in Freigewässern ertrinkende Menschen tatsächlich zu retten oder wenigstens in kurzer Zeit auffinden zu können. Das ist keine Vision, sondern technisch machbar und wäre für die Wasserretter in Deutschland eine unglaubliche Hilfe.

Welche Schritte haben Sie bisher umgesetzt, um diese Ziele zu erreichen? Welche Zielgruppen sprechen Sie an und wie erreichen Sie diese?

Die Entwicklung des ersten technischen Prototyps in Halle wurde 2023 in einem kleinen, aber erfolgreichen Projekt aus Strukturwandelmitteln finanziert und in engster Zusammenarbeit mit Fraunhofer IOSB-AST realisiert. 2024 kooperierten wir mit Unternehmen wie Evologics Berlin, Kraken Robotic und Atlas Elektronik Bremen sowie regionalen KMU in Sachsen-Anhalt, um das Zusammenwirken mit KI-gesteuerten Überwasserfahrzeugen und Verbesserungen am Sonar (für die Sicht unter Wasser) zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit der Unterwasserarchäologie des Landesamtes in Sachsen-Anhalt ermöglichte die Herstellung und den Einsatz von zwei Robotern zur Tauchersicherung und Bergung. Aktuell bemühen wir uns um Fördermittel für die Entwicklung eines kleinen autonomen Schwimmhallenretters, der als technischer Helfer bzw. Ersatz für Rettungsschwimmer konzipiert ist.

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