Zum Seiteninhalt springen
Leichte SpracheGebärdensprache
 
Organisation:
ASB
Kategorie:
Innovative Konzepte
Anschrift:
28219 Bremen

Über das Projekt

Bitte erzählen Sie uns von Ihrem Projekt in einer kurzen Zusammenfassung.

Wie kann man Einsatzkräften dabei helfen, einen angemessenen Umgang mit den besonderen psychischen Belastungen im Beruf zu entwickeln? Mit dieser Fragestellung setzt sich ein neues, interdisziplinäres Bildungsangebot des ASB Bremen auseinander: Das „Reflexive Einsatztraining“ (RET) richtet sich an Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehren sowie der Rettungsdienste und Katastrophenschutzeinheiten.

Das Schulungskonzept wird von einer Arbeitsgruppe erstellt, in der über 25 Personen aus Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Land Bremen vertreten sind, ebenso wie die Hochschule für Öffentliche Verwaltung sowie die Euro-FH. Die vier Themengebiete sind (1) Menschenbilder (Menschenwürde, Diversität, etc.), (2) Gewalt und Extremsituationen (Dilemma-Situationen, Extremereignisse, Gewalt durch und gegen Einsatzkräfte), (3) Sterben und Tod (Begleitung von Sterbenden, Umgang mit Angehörigen, Tod von Kolleg:innen) sowie (4) ein abschließender Regenerationsteil (Resilienz, persönliche Kraftquellen, positive Erlebnisse).

Für das RET wird - unterstützt durch eine Bauzuwendung des Bundesministeriums des Inneren - in Bremen-Lesum eine eigene Trainingshalle mit Bürotrakt und ca. 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche errichtet. Das von der RET-Arbeitsgruppe konzipierte Schulungsprogramm wird hierbei von der Bremer Gruppe für Gestaltung (GfG) in ein Ausstellungskonzept überführt. Die Eröffnung erfolgt voraussichtlich im 2. Quartal 2026. Die Teilnehmer:innen durchlaufen die Schulung als Ein-Tages-Workshop und werden dabei jeweils von zwei geschulten Moderator:innen begleitet. Um bereits vor Fertigstellung der Halle mit dem Programm zu beginnen, wurde Ende 2024 als Vorprojekt ein „RET-Teaser“ gestartet. Dieser wird gegenwärtig beim ASB Bremen, Bereich Bildungsangebote, durchgeführt. Das RET-Projekt wird von der Hamburger Euro-FH im Rahmen einer Förderung des BMBF wissenschaftlich begleitet und in seiner Wirkung evaluiert.

Welche Situationen oder Anlässe haben Ihr Projekt ausgelöst?

Einsatzkräfte der „Blaulichtberufe“ sehen sich täglich menschlichen Abgründen gegenüber. Ihr Alltag stellt nicht nur eine physische, sondern oft genug auch eine mentale Herausforderung dar, nicht im Laufe der Zeit zu verhärten oder Vorurteilen gegenüber bestimmten Gruppen zu erliegen. Beim Reflexiven Einsatztraining setzen sich Einsatzkräfte mit ihrem persönlichen Spannungsfeld zwischen der eigenen, menschlichen Unvollkommenheit auf der einen und erwarteter Professionalität auf der anderen Seite auseinander. Oftmals fehlt es in der Aus- und Fortbildung an diesen Themengebieten und an präventiven Ansätzen. Teilweise sind die bestehenden Unterstützungs- und Hilfsangebote zur Einsatznachsorge nicht bekannt.

Welche Ziele verfolgt Ihr Projekt?

Das RET möchte alle Teilnehmer:innen zur Selbstreflexion befähigen und einen Raum für einen professionell begleiteten und moderierten Austausch bieten, in dem Themen offen und ohne „erhobenen Zeigefinger“ angesprochen werden können. Es schließt eine bestehende Lücke in der Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften, sodass nunmehr neben Trainings mit fachlichem Schwerpunkt auch eine psychologische Komponente die Resilienz von Einsatzkräften gezielt stärkt sowie auf berufsbedingte Belastungen vorbereitet und Hilfe zur gezielten Entlastung gibt.

Dazu gehört auch das Hinterfragen und ggf. Neujustieren des persönlichen Wertekompasses, der sich im Laufe des Berufslebens durch die jeweilige berufliche Sozialisation verschieben und zu Vorurteilen gegenüber bestimmten Gruppen führen kann.

Welche Schritte haben Sie bisher umgesetzt, um diese Ziele zu erreichen? Welche Zielgruppen sprechen Sie an und wie erreichen Sie diese?

Das „Reflexive Einsatztraining“ (RET) richtet sich primär an Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehren sowie der Rettungsdienste und Katastrophenschutzeinheiten. Genauso sind aber auch andere Blaulichtbereiche wie z.B. die DLRG angesprochen. Die Zielgruppen werden über die direkte Beteiligung von Ansprechpartner:innen der jeweiligen Blaulichtorganisationen in der RET-Arbeitsgruppe erreicht. Die Planung für den Zuwendungsbau ist abgeschlossen und wird in Kürze in die Ausschreibung gehen, sodass der Bau im Sommer 2025 beginnen kann. Das Schulungskonzept liegt vor und wird seit dem 4. Quartal 2024 in komprimierter Form als „RET-Teaser“ angeboten. Schulungen wurden bereits mit der Polizei Bremen, der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, der Feuerwehr Bremen sowie dem ASB Rettungsdienst Bremen durchgeführt. Im Aufbau befindet sich ein Pool an Dozierenden, welche die Schulungen jeweils zu zweit als Moderator:innen begleiten.

Zurück zur Liste