Retten rund um den Hochschulcampus

DRK

Kategorie:
Nachwuchsarbeit
Anschrift:
88250 Weingarten

Über das Projekt

Bitte erzählen Sie uns von Ihrem Projekt in einer kurzen Zusammenfassung.

Die First Responder Weingarten sind ein Kooperationsprojekt der Hochschule Ravensburg-Weingarten University of Applied Sciences (RWU), der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) (seit 2016), des DRK OV Weingarten und des DRK KV Ravensburg.
Die Gruppe wurde im März 2012 gegründet und war das erste Projekt an einer staatlichen Hochschule, bei dem Studierende in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Professoren Aufgaben einer HvO-Gruppe innerhalb und außerhalb eines Hochschul-Campus übernehmen. Das Vorhaben war bei der Gründung bundesweit einmalig und vereint das Einsatzkonzept von Schulsanitätern und HvO-Systemen.
Die First Responder werden bei zeitkritischen Notfällen auf und im Umkreis des Campus von der Rettungsleitstelle alarmiert und leisten am Einsatzort erweiterte Erste Hilfe.
Sie übernehmen Sanitätsdienste bei Studierendenpartys und Hochschulveranstaltungen und unterstützen den DRK OV Weingarten bei Sanitätsdiensten.

Welche Situationen oder Anlässe haben Ihr Projekt ausgelöst?

Der Hochschulcampus liegt im oberen Bereich Weingartens inmitten eines Wohngebietes. Das Eintreffen der Rettungsmittel am Notfallort dauert in der Regel zwischen sechs bis zehn Minuten. Steht an der Rettungswache in Ravensburg kein freies Fahrzeug zur Verfügung, kann sich diese Zeit verlängern. Zum umliegenden Wohngebiet gehören auch ein Kindergarten, eine Schule sowie ein Asylbewerberheim. So profitieren nicht nur die Hochschulangehörigen von der sehr schnellen Hilfeleistung der First Responder, sondern auch ca. 2.500 weitere Menschen. Mit der Gründung der Gruppe wurde ermöglicht, das vorhandene rettungsdienstliche Wissen der Studierenden und Mitarbeitenden effektiv zu nutzen. Hinzu kommt die Gewinnung von jungen Studierenden für das Ehrenamt durch das kostenlose Angebot, alle notwendigen Ausbildungen zu absolvieren, um als First Responder aktiv werden zu können. Mittlerweile haben die First Responder eigens ausgebildete Sanitätsausb.

Welche Ziele verfolgt Ihr Projekt?

Das Projekt verfolgt verschiedene Ziele:
- Schaffung eines weiteren effektiven Glieds in der Rettungskette
- Leistung schneller professioneller Hilfe zur Überbrückung der Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Nachbetreuung von Angehörigen bis der Kriseninterventionsdienst eintrifft
- Nutzung von vorhandenem Fachwissen und Kompetenzen
- Werbung fürs Ehrenamt unter Studierenden
- Ausbildung von Sanitäter/ innen, die nach ihrer Tätigkeit bei den First Respondern weiterhin für Ortsvereine tätig sein können und sich im Ehrenamt engagieren
- Förderung von fakultätsübergreifender und hochschulübergreifender Zusammenarbeit von Studierenden, sowie die Zusammenarbeit über die Hierarchien der Hochschulen hinweg.
- Durchführung von Sanitätsdiensten, Organisation der Gruppe und der Veranstaltungen selbständig von den Studierenden
Als Ansprechpartner für die Gruppe sind dauerhaft zwei Mitarbeitende und zwei Professoren beteiligt.

Welche Schritte haben Sie bisher umgesetzt, um diese Ziele zu erreichen? Welche Zielgruppen sprechen Sie an und wie erreichen Sie diese?

Von der studentische Unternehmensberatung kreakt!v e.V. der RWU wurde für die Gruppe eine Organisationsstruktur bestehend aus sechs Ressorts entwickelt: Aus- und Fortbildung, Dienstplanung und Dokumentenpflege, Einsatz- und Mitgliederverwaltung, Marketing und Recruiting, Material und Budget sowie Qualität. Die Arbeit wurde dadurch professionalisiert und kann von den Mitgliedern selbstständig organsiert werden. Durch studentisches Engagement sind ein gruppeneigener Online-BOS-Manager u.a. für die Dienstplanung und ein Imagefilm über den Ablauf eines Dienstes samt Notfalleinsatz entstanden.
Zu Beginn des Semesters, werden den Erstsemestern bei den Einführungsveranstaltungen beider Hochschulen die Aktivitäten der Gruppe mit Hilfe von Erste-Hilfe-Übungen, Plakatwänden, einem Imagefilm, Kaffee und kleinen Giveaways vorgestellt. Aufgrund der "gleichen Sprache" kommen die Studierenden schneller ins Gespräch und können eine Beziehung aufbauen.

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