Neue Wege in Neukölln

ASB

Kategorie:
Innovative Konzepte
Anschrift:
10245 Berlin

Über das Projekt

Dürfen Ersthelfer eine muslimische Frau Mund zu Mund beatmen? Solche und ähnliche Fragen klären Jugendliche zusammen mit ihren Coaches im Modellprojekt „SAM In“. Das Programm des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) soll mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für das Ehrenamt begeistern – und den Dialog zwischen den Kulturen fördern.

„Sam In“ steht für Samariter International und wurde vom Landesverband Berlin vor allem aus einem Grund ins Leben gerufen: „Im Sanitätsdienst und Bevölkerungsschutz gibt es zu wenige Menschen aus anderen Kulturkreisen. Wir wollen uns ihnen öffnen“, sagt Projektleiterin Johanna Grabowski. Doch auch Jugendliche ohne Migrationshintergrund können an dem im Februar 2013 in Neukölln gestarteten Programm teilnehmen.

Wer sich für das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Programm entscheidet, besucht außerhalb der Schule rund einmal pro Woche einen Workshop. In den Lehrgängen lernen die Jugendlichen die Arbeit des ASB kennen, absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs und erarbeiten unter anderem einen kultursensiblen Leitfaden für Ersthelfer. Zudem führen interessante Persönlichkeiten mit ihnen Gespräche über „Zivilcourage“, „Kulturgeschichte“, „Identitätsbildung“ und „Engagement“. Weitere Übungen zu diesen Themen sollen den Zusammenhalt der Gruppe stärken und ihr ermöglichen, sich vor anderen Jugendgruppen zu präsentieren. Denn eines der Ziele ist die Vernetzung junger Freiwilliger in unterschiedlichen Verbänden.

Um Jugendliche für „Sam In“ und das Ehrenamt zu begeistern, haben sich die Samariter an verschiedenen Neuköllner Schulen und bei mehreren Veranstaltungen vorgestellt, Unfälle nachgestellt, Rettungsschritte erklärt sowie Fragen beantwortet. Bei der Umsetzung des Projekts erhalten sie vom Deutsch-Arabischen Zentrum und dem ASV-Regionalverband Berlin Süd Unterstützung. Auch dank ihrer Hilfe kann jeder der Teilnehmer einen neuen Bereich der Freiwilligenarbeit mitgestalten und zu einem der ersten „interkulturellen Samariter“ werden.

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